20.7.08

denkt endlich mal einer an die kinder???! ... ... wtf?

song | the chevra - lev tahor
mood | knackered

das aufschlagen der zeitung an sich ist ja noch nichts erstaunliches. auch das der digitalen nicht. das aber schon. weniger wegen der tatsache, daß es auf der titelseite [der digitalen] ganz oben und ziemlich groß herausstach, noch weniger, daß der so aufwendig beworbene artikel tatsächlich nur einige wenige zeilen umfaßte. kann schon mal vorkommen.
erstaunlicher waren eher die reaktionen. uh, und wie. nicht, daß [mittlerweile] 63 comments so viel wären in der relation der zeit, wo der artikel on ist. nein, das weniger. vielmehr aber der inhalt. einmal mehr das empörte aufscheien, kollektive entsetzten und [klar, was wohl sonst] die feststellung, der mann müßte mindestens schwer geistig verwirrt oder dergleichen, wenn nicht extrem schwer krank sein.

an sich ja nicht so tragisch, was die reaktion angeht - und bis zu einem gewissen punkt auch verständlich. wäre da nicht noch etwas anderes.

es wird immer geschrieen, die kinder, die kinder, schützt sie vor [frei einsetzbar], sobald ein fall von gewalt gegen kinder bekannt wird, folgt der entsetzte aufschrei. doch wer schützt die kinder vor ihnen? denen die wo da so entsetzt tun?

wie viele von denen können mit sicherheit und zu recht behaupten, [sofern sie denn tatsächlich kinder haben] eben jene noch kein einziges mal geohrfeigt zu haben? von schlagen [im verständnis dessen, was man hierzulande mehr als eine gesunde watschn bezeichnet] rede ich gar nicht erst. oder anderweitig gewalt angetan, ihnen ihre kindheit genommen, oder ... ja, die auswahl ist vielfältig ... und beschränkt sich nicht nur auf das, was man immer wieder in zeitungen findet.

aber ich habe meine zweifel daran, daß das wen interessieren würde. ach ja, weniger spannend, weniger reißerisch zu gestalten. verständlich. und so schreien die einen weiter, man muß schützen, während die anderen [oder die gleichen] lustig weiter machen wie bisher und das sicher und geschützt unter der ungefährlichen bezeichnung erziehung. sind ja nur eltern, die das beste für ihr kind wollen. und nichts anderes.

14.7.08

es ist verdammt hart, - - fragt sich nur was

song | fine young canibals - she drives me crazy
mood | pissed off, more than just literally

man geht also noch schnell einkaufen, als man sich auf dem heimweg befand. daß man auch noch wem am telefon hatte, sollte die sache an sich nicht weiter behindern. dachte man soweit, wäre da nicht ...

man wandert also erstmal planlos richtung backwaren, bleibt vor dem regal stehen, während man weiter babbelt, geht zum ende des regals, geht wieder zurück, weil man sich nicht so wirklich entscheiden kann, was man morgen frühstücken könnte. und mit einem mal bleibt man in der mitte des regals stehen, weil da etwas war, das irgendwie ... seltsam aussah. dreht sich um, wundert sich, warum diese beiden packungen so exponiert hier stehen. geht hin, sieht sie genauer an. schüttelt den kopf, sieht sie noch einmal an, dreht sie um, dreht sie wieder um, um die oberseite zu sehen, sucht das haltbarkeitsdatum. und ist für einen moment mehr als nur sprachlos.


[bilder folgen]

[eta] kann mir jemand erklären, wie ich ein motorola-handy dazu bringe, daß die sd-karte drin auch von fucking m$ erkannt wird, ohne daß sie abschreddert mit der aussage blah, bad block bzw unformatted?

10.7.08

er geht



... wer kommt? na lol.

8.7.08

nur der nächste kandidat für das unwort des jahres?

song | matisyahu - youth
mood | annoyed

so sprach willi i, molter der große und einzige, also seine geheiligtsten segensworte, daß es reiche und siehe, die dunkelheit trennte sich vom land und wandelte sich in gleißendes licht, während das volk sich erhob, zu jubeln und zu jauchzen in allertiefster dankbarkeit ob der erlösung aus der umklammerung des bösen. und er begann das land neu zu ordnen und zu teilen, auf daß selbst generationen später noch friede würde herrschen und gerechtigkeit ...

oder so hätte er es gerne. k, wenn wir eherlich sind, wohl eher der ehemalige kleine prinz, sofern die gerüchte der wahrhaftigkeit entsprechen. wenn ich ehrlich bin, ich bin mittlerweile so weit, selbst das unwahrscheinlichste für möglich zu halten. auch das gerücht von blau/grün [das irgendwie in der tat ein interessantes experiment wäre. zumindest wäre spannung garantiert].

so erhob peter pilz seine stimme, um zu erkennen, 'österreich würde von einer bagage regiert. endlich ist schluß'. das tatsächlich traurige daran ist aber nicht die feststellung an sich, nein, sondern die tatsache, gleich wie diese wahl dann ausgehen wird, sich daran nichts ändern dürfte.
solange die gleichen 'alten männer' das sagen haben, solange die ideologie gemeinsam mit der verbunden noch irgendwo zwischen nachkriegszeit und 60/70er-jahre steht, solange sich eben diese funktionäre aus beiden großparteien weiter das gesamte land zwischen sich nach gutdünken [und den ihnen zugehörigen bünden, kammern, verbänden und anderen nahestehenden verinigungen] aufteilen ... solange wird sich nichts ändern - und wohl auch keines der anstehenden probleme sinnvoll gelöst werden. noch weniger, wenn einem umfrage-/imagewerte und wiederwahl wichtiger sind, als das echte umsetzen von inhalten, da man eher den eigenen [vereinigungen] interessen nachgibt, oder besser gesagt, dessen forderungen.

und vor allem, warum [und wie] kann es überhaupt möglich sein, daß diese gleichen leute, die laut eigenaussage fast [oder so gut wie keine] ahnung darüber haben [oder über die dahinter stehenden technologien], einfach gesetze abnicken ohne deren tatsächlichen inhalt zu kennen oder gelesen zu haben? schon verständlich, den kollegen zu vertrauen, da sie wohl wüßten, was sie tun. sagte ja auch schon nationalratspräsidentin prammer.

aber klar, es ist wichtig, lawinenopfer per imsi-peilung in einer bergspalte zu finden wenn man der damaligen argumentation des spg glauben würde. nur, schon damals war mein erster gedanke mit sicherheit kein verzweifelnd aufzufindendes lawinenopfer? aber vielleicht kann mir auch noch einer erklären, was es mit den ~4000 anfragen ad handy-/internet-überwachung in den ersten vier monaten an sich hatte? alles potentielle verdächtig schwer kriminelle, die attentate oder noch schlimmeres geplant hatten? noch pöhsere raubmordkopierkinderwasimmer? achso ja, der jihad ist ja bekanntlich mitten unter uns ... und während der em war ja ... oder wie war das noch mal? die mehrheit waren sicher fragen, was die ehefrau mit dem nachbar ... erm ... oder so in der art ... was sonst würde die höhe erklären?

mehr noch, wie ist es möglich, gesetze zu beschließen, die noch in allerletzter minute geändert werden, ohne daß jemand fragen darüber stellt oder es diskutiert, oder auch nur aufschreit? anscheinend geht es nur mehr darum, abzunicken was [den 'freunden'] genehm ist, ohne in frage zu stellen. hauptsache, es geht problemlos.
selbst, wenn zwei parteien partout nicht mehr miteinander können, obwohl sie doch zusammen regieren sollten, reicht das vertrauen doch noch weit genug, um sich gegenseitig die stange zu halten. klar, lästige untersuchungs-ausschüsse kann man auch so beenden. und nur bloß nicht noch ein ehemaliges wahlversprechen umwandeln, man könnte ja den begonnenen wahlkampf behindern und die opferrolle zerstören, daß die schwarze reichshälfte alles verhindert hat ...

gehts noch? wer vertritt noch wen, sofern demokratie sich noch immer so definiert, wie es ursprünglich definiert wurde. lassen wir mal das 'sozial' am anfang der beschreibung der staatsform außer acht, und das parlamentarisch ebenso. sollte sich die republik an sich nicht mehr am gemeinwohl als am selektierten wohl einiger weniger orientieren, oder war mir damals im politik-unterricht etwas entfallen?
betonen doch alle unsere werten politiker immer wieder, sie würden das volk vertreten [und dessen ausdrücklichen willen], frage ich mich doch immer mehr, inwieweit sich diese aussage mit der realität überschneidet. mal abgesehen von den lesern der kronen-zeitung ... oder besser gesagt deren leserbrief-schreiber.

oder ist doch etwas daran, daß jedes land die regierung bekommt, die es verdient? was implizieren würde, zwischen 1933 und heute hat weder ein tatsächlicher lernprozess stattgefunden, sondern auch die unterschiede sind nicht so gravierend, wie man dachte [oder annahm]. oder sind wir mittlerweile nicht mehr auf dem besten weg dorthin, sondern bereits mittendrin statt nur dabei, doch zu blind, um es zu merken?

noch trauriger ist jedoch, daß die, die von den jetzigen politikern als 'junge' bezeichnet werden, so jung auch nicht mehr sind. zum teil als parteifunktionäre im laufe der jahre von unten nach oben gewandert sind. wie viele haben ahnung vom leben eines menschen, der mit 500e auskommen muß, oder weniger? wie viele von ihnen wissen, wie es ist, wenn man keine ahnung hat, mit was man seine miete zahlen soll, was man essen soll, wenn nichts da ist. oder waren bereits einmal ohne dach über dem kopf?
klar, geordnete bürgerliche verhältnisse. und sonst gibts nichts? was man nicht sehen will, existiert nicht? gute idee, dieser verdrängungsmechanismus. wird aber auf dauer nicht funktionieren.
jung, vielversprechend, erfolgreich ... blah ... und was sonst noch alles ... [nein, ich meinte nicht das personifizierte tef... erm ... faymann] ... einmal mehr sind boulevard und image wichtiger als das wahre leben. aber man würde die sorgen und probleme der menschen kennen, auf sie hören ... ach ja, es ist wahlkampf ... und vor der wahl ist nach der wahl und ...

ich muß gestehen, ich habe keine ahnung, was ich am 28. september machen werde. oder wo ein kreuz. am ende sagt mir so gut wie keine der bis jetzt antretenden bekannten parteien auch nur in einer weise zu, entweder aufgrund der handelnden personen, des bekannten programmes oder der vertretenen positionen. [und auf die aussicht, für die nächsten 80 tage mit plakaten von hc vor meiner haustüre belästigt zu werden, bin ich auch nicht besonders erpicht.]
vielleicht sollte ich doch den scherz in die tat umsetzen ... das tischtuch ... äh, den wahlzettel ... ganzseitig durchstreichen, etwas nettes auf die rückseite schreiben, daraus mittles origami einen kranich falten, das ganze in ein kouvert geben und so in die urne werfen. wäre zumindest ein kreativer ansatz des nichtwählens. oder doch dunkelrot ... oder ... ich weiß es nicht ...

3.7.08

and so, who's to say or decide ...

song | project pitchfork - i live your dream [radio edit]
mood | pensive



ich weiß es nicht, aber liegt es möglicherweise doch mehr an meinem unvermögen [oder meiner möglicherweise doch vorhandenen unfähigkeit], zu akzeptieren, daß nicht mehr möglich ist, als man kennt. und aufhören sollte, systeme und anderes in frage zu stellen. und doch, ist das wirklich alles, das der alleinige und einzige sinn, warum und wozu wir existieren? mann, frau, kind, arbeit, essen, schlafen, ... und dazwischen irgendwo noch ein kleines eckchen freizeit für hobby ... wenns nicht schon durch konsum vereinnahmt oder verbaut ist.

immerhin wurden wir ja in dem sinne erzogen ... gut verdienen, auto, haus, kinder, der neueste [frei einfügbar], und immer ein stückchen besser und weiter als der nachbar, der arbeitskollege, der ... schließlich gehts uns allen gut, wenn es der wirtschaft gut geht.

nur, tut es das? wo ist die grenze zwischen dem, was wir tatsächlich brauchen und dem, ohne dem wir auch weiterhin problemlos leben könnten? mit jeder neuen werbung wird uns versprochen, durch das beworbene produkt würden wir schöner, jünger, länger leben, es würde uns besser gehen, wir wären gesünder, würden weiter von unseren nachbarn geachtet werden, ... egal, was es ist, hauptsache wir glauben daran - und kaufen es.

kein geld? egal, jetzt kaufen, in [x] monaten zahlen, bequem in raten und nur mit mini-zinssatz ... was machen schon die paar schulden, wenn es doch der seele dann umso vieles besser geht. sagte nicht erst vor kurzem uschi fellner in madonna, schuhe wären balsam für die seele? [ich wette, sie meine letzten 5e, sie meintedie des verkäufers, lol] andererseits, erkläre mir einer, wie frauen diesbezüglich ticken und warum - ich wäre zutiefst dankbar.

achso ja, ich vergaß da noch etwas wichtiges am anfang. kirche. beten. glaube. andererseits, hat isch das nicht mittlerweile überholt und relativiert? kirche ist alt, out. ok, der papst ... vielleicht eine ausnahme der regel. aber doch, der gott, der heute mehrheitlich angebetet wird, ist längst nicht mehr der am kreuz [ok, amerika, polen und italien mögen eine weitere ausnahme sein], sondern jene mit namen arbeit und kapital [geld, aktie ...] und der noch junge und eher unwichtigere gott technik/fortschritt.
höher, schneller, weiter, besser ... alles andere war gestern. warner halten nur auf und stehen im weg [the 21st century is, when it ... k, das war wohl eher torchwood, yet, the point still stands].

beliebigkeit und austauschbarkeit ist an der tagesordnung. freie wahl von [frei einsetzbar nach belieben] gehört auch bald dem gestern an. sein und schein sind immer mehr wert als tatsachen, der bessere blender wird auch noch hochgejubelt und verehrt.
aber zurück in die realität, ins jetzt und heute ...

bin ich schlecht, unwert, weil ich darin keinen lebenssinn sehe? mich frage, ob es nohc etwas anderes geben kann, etwas, in dem man sinn oder vielleicht auch erfüllung sehen könnte? weder an unendlichkeit des wirtschaftlichen wachstums noch an mögliche [behauptete] terroranschläge glaube, sondern mich eher frage, wie es möglich ist, daß man sich anscheinend wieder langsam auf [1933/38] zubewegt und es nicht wirklich die mehrheit berührt. ach so, ja. man hat ja nichts zu verbergen ... woher auch ... und wie?

soll ich morgen einfach aufstehen und in die nächstbeste firma gehen und arbeiten ... auch wenn der stundenlohn weniger ist als ... und glücklich sein, daß ich noch zu jenen gehöre, die arbeit haben? aufstehen, arbeit, essen, schlafen ... siehe weiter oben ... und dann? geht es mir besser? bih ich glücklicher, weil ich meine seele mit dem neuesten [...] betäuben und ruhig stellen kann ... und mich nicht mehr weiter mit diesem seltsamen gefühl im hinterkopf befassen muß und es einfach ignorieren kann.

eine sehr gute freundin wirft mir vor, ich würde perspektivlos vor mich hintreiben; ein anderer meinte vor einiger zeit, er würde mich um mein leben irgendwie beneiden. und ich selbst? gute frage, in der tat. das, was ich von meinen eltern und deren eltern kenne, hinterläßt mir mehr fragen als antworten, und noch mehr fragen.
eine kollegin in einem 'kochkurs' meinte einmal, ob ich nicht gern hier wäre, immerhin würde ich mir mit mehr geld auch mehr leisten können - und dann würde es mir auch wieder besser gehen. [womit sich der kreis wieder geschlossen hätte und wir wieder am anfang wären]

ist das wirklich alles, um das es geht? sonst nichts? besteht der tatsächliche sinn im leben aus nichts anderem als arbeit und kinder großziehen? ach ja, und geld ausgeben. und zu akzeptieren, daß das, was ist, schon immer so war und auch immer so bleiben wird.

ich erinnere mich noch, wie mein großvater meinte, wissen sei macht. [warum fällt mir beim schreiben dieses satzes ausgerechnet klestil's 'macht braucht kontrolle' ein?] wie man sieht, am ende bringt es einem auch nichts. wer zu viel in frage stellt oder anzweifelt, wird unbeliebt, unbequem, irgendwann.
was man nicht sehen will, wird entweder ignoriert oder so weit 'ausgelagert', daß man es nicht mehr in unmittelbarer nähe sehen oder ertragen muß. wenn du dich anpaßt, brav und folgsam bist, ... ja, dann kannst du alles erreichen [innerhalb stillschweigend vorausgesetzter grenzen, no na] tust du es jedoch nicht ... das merkt man selbst schon im kleinen. gleich ob in einer gruppe freunde oder einer teilnehmergruppe von besagten 'kochkursen'. oder der familie. oder ... naja, egal. letzten endes geht es ja doch nur um nichts anderes als ... ja, was eigentlich? ich bin mir selbst der nächste? kaum.

und einmal mehr schließt sich der kreis, indem ich zur sinnfrage zurückkehre, und um ein paar ecken vielleicht zur frage der perspektive. zukunft? gute frage, ich muß gestehen, wenn mich in diesem moment jemand fragen würde, wo ich mich in zwei, drei, fünf jahren sähe, ich müßte ehrlich antworten, ich weiß es noch nicht.
ja, ich weiß, daß ich auch älter werde, mir irgendwann die zeit davonlaufen könnte ... auf der anderen seite, wenn ich schon etwas für die weiteren 30/40 jahre tun soll/muß ... muß ich trotzdem das als gegeben vorausgesetzte akzeptieren und machen? oder kann ich nicht doch noch etwas finden, in dem ich auch mich selbst auf die eine oder andere art finde? etwas, das mir beim tun erfüllung gibt ... anstatt von acht bis vier dazusitzen, irgendwelche zahlen eintippen oder briefe schreiben, während sich in mir die leere immer weiter ausbreitet, da der sinn fehlt, und man die stunden herunterzählt, tag für tag aufs neue ...